Langeweile
Lange habe ich es aufgeschoben, über dieses Wochenende zu schreiben. Und wirklich viel gibt es auch nicht zu sagen über die beiden Games, die mein Freund und ich an einem dieser typischen „Man, es ist so langweilig. Lass uns ein Game ausleihen!“-Wochenenden gezockt haben. Ich nenne es geraubte Zeit, nicht weil wir mal wieder Stunden vor der Matschscheibe verbracht haben, statt uns auf einer Wiese im Lärm von Kleinkindern in der Hitze zu braten, sondern weil uns die Spieleindustrie zwei groß angepriesene und hoch enttäuschende Games vorgesetzt hat, die, hätten wir sie tatsächlich gekauft, uns stolze 120€ ärmer gemacht hätten.
Die Rede ist von „Das Bourne Komplott“ und „Alone in the Dark 5″.
Es ist wohl überflüssig an dieser Stelle noch Mal alle Reviews wiederzukauen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich auf ein paar subjektive Punkte hinweisen, die dazu beigetragen haben, dass ich mich jetzt schon kaum noch an diese beiden Spiele erinnern kann… oder will.
Ein paar Worte zu…
Das Bourne Komplott
In der GamesTM wird in einem Kommentar über „Das Bourne Komplott“ von einer Spieltzeit von bis zu 10 Stunden gesprochen. Mein Freund schaffte das Game in ca. fünf. Klar braucht man auf der höhsten Schwierigkeitsstufe vielleicht einen halben Tag, das Spiel bleibt dabei aber ziemlich gleich (schlecht). In guten Games lädt die Spielumgebung zum Erkunden und Verweilen ein, doch hier sind die Level so hübsch wie langweilig, so dass jede umsonst verbrachte Minute darin pure Zeitverschwendung ist.
Das Spiel bietet dem Bourne-Fan unter anderem die Möglichkeit in die Rolle des Amnesie geplagten Agenten zu schlüpfen, kurz bevor er mit Kugeln im Rücken ins Meer plumpst. Der Rest ist eine Komplettwiederholung des ersten Teils mit Prügel zum selber austeilen.
Manch einer wird sagen, dass das Kampfsystem Laune macht. Manch anderer wird sich freuen, das Geschehen aus Buch und Film nun auch noch in der dritten Dimension durchkauen zu dürfen. Was bleibt ist jedoch ein ziemlich unispiriertes, kurzes Game, das dem negativen Ruf, mit dem Lizenztitel (zu Recht) behaftet sind, alle Ehre macht.
„Alone in the Dark 5″
Das Setting von „Alone in the Dark“ ist anfangs viel zu wirr und vor allem viel zu hell. Weder Angst noch Spannung wollen sich hier einstellen, wenn der Protagonist sich gerade knapp vor einem herabstürzenden Balkon retten kann oder ihm an einer anderen Stelle wie vom Himmel eine Leiche vor die Füße fällt. Gääähn…
„Grandios“ ist in diesem Spiel wirklich die Funktion Kapitel zu überspringen – was wir nach ca. 1,5 Stunden albernem Herumgeklettere auf surreal anmutenden Stahl- und Betonkonstruktionen, die eher nach einem Skulpturenprojekt eines Kunststudenten aus dem 1. Semester aussahen, denn nach einem von mysteriösen Kräften zerstörten Central Park, auch taten (Hypotaxe rulen!).
Da wir nach dem ersten Überspringen auch alle weiteren Kapitel schnell hinter uns gelassen haben, frage ich mich ob diese Skip-Funktion nicht eine Kapitulation vor der eigenen Unfähigkeit der Entwickler ist, spannende Level zu basteln, statt einer Hilfe, wenn das Spiel mal „zu schwer“ wird.
Irgendwie nervt einfach alles an diesem Spiel. Gleich zu Anfang zum Beispiel nerven die undankbaren Hotelgäste, die man gerade vor dem Feuer gerettet hat und die man sogleich wieder in selbiges stoßen möchte.
Die Figur bewegt sich klobig und tritt auf der Stelle, statt ihren Arsch zu bewegen und vor dem fiesen Monster da zu fliehen. Die Chor-Gesänge gehen einem schon nach einer halben Stunde schwer auf den Geist und sowieso ist das Spiel doof. Ahja, und hell ist es immernoch, denn im Central Park sind die netten Straßenlaternen ziemlich großzügig versteilt.
Die Enttäuschung nach diesem Wochenende war bei beiden Beteiligten groß. Nicht so groß allerdings wie nach „Conflict: Denied Ops“…
Hier also ein paar Vorschläge wie man sein schwer verdientes Geld besser investiert:
Alternativen
„Das Bourne Komplott“, 59,95€ (XBox 360)
Besser:
- Die Bücher von Robert Ludlum noch mal lesen. Bei einem Preis von ca. 9,95€ pro Buch: Ersparnis von 30€
- (für lesefaule) Die „Ultimative Bourne Collection“ ins Regal stellen. Ersparnis: 36€
- Eine Kampfsportart erlernen. Geld reicht für ca. zwei Monate.
„Alone in the Dark 5″, 59,95€ (XBox 360)
Besser:
- Zuerst: sich durch die zahlreichen Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft lesen. Ab ca. 7€. Ersparnis: bis zu 50€
- Danach: „Call of Cthulhu – Dark Corners of the Earth“ (PC) spielen. Ab ca. 10€. Ersparnis: 50€
- Auf keinen Fall: Die Boll-Verfilmung gucken! (Dann doch lieber das Spiel…)
Noch besser:
Vielleicht doch ab und zu mal an die frische Luft gehen und die Sonne genießen…