Geraubte Zeit

August 6, 2008

Langeweile
Lange habe ich es aufgeschoben, über dieses Wochenende zu schreiben. Und wirklich viel gibt es auch nicht zu sagen über die beiden Games, die mein Freund und ich an einem dieser typischen „Man, es ist so langweilig. Lass uns ein Game ausleihen!“-Wochenenden gezockt haben. Ich nenne es geraubte Zeit, nicht weil wir mal wieder Stunden vor der Matschscheibe verbracht haben, statt uns auf einer Wiese im Lärm von Kleinkindern in der Hitze zu braten, sondern weil uns die Spieleindustrie zwei groß angepriesene und hoch enttäuschende Games vorgesetzt hat, die, hätten wir sie tatsächlich gekauft, uns stolze 120€ ärmer gemacht hätten.
Die Rede ist von „Das Bourne Komplott“ und „Alone in the Dark 5″.
Es ist wohl überflüssig an dieser Stelle noch Mal alle Reviews wiederzukauen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich auf ein paar subjektive Punkte hinweisen, die dazu beigetragen haben, dass ich mich jetzt schon kaum noch an diese beiden Spiele erinnern kann… oder will.

Ein paar Worte zu…

Das Bourne Komplott
In der GamesTM wird in einem Kommentar über „Das Bourne Komplott“ von einer Spieltzeit von bis zu 10 Stunden gesprochen. Mein Freund schaffte das Game in ca. fünf. Klar braucht man auf der höhsten Schwierigkeitsstufe vielleicht einen halben Tag, das Spiel bleibt dabei aber ziemlich gleich (schlecht). In guten Games lädt die Spielumgebung zum Erkunden und Verweilen ein, doch hier sind die Level so hübsch wie langweilig, so dass jede umsonst verbrachte Minute darin pure Zeitverschwendung ist.
Das Spiel bietet dem Bourne-Fan unter anderem die Möglichkeit in die Rolle des Amnesie geplagten Agenten zu schlüpfen, kurz bevor er mit Kugeln im Rücken ins Meer plumpst. Der Rest ist eine Komplettwiederholung des ersten Teils mit Prügel zum selber austeilen.
Manch einer wird sagen, dass das Kampfsystem Laune macht. Manch anderer wird sich freuen, das Geschehen aus Buch und Film nun auch noch in der dritten Dimension durchkauen zu dürfen. Was bleibt ist jedoch ein ziemlich unispiriertes, kurzes Game, das dem negativen Ruf, mit dem Lizenztitel (zu Recht) behaftet sind, alle Ehre macht.

„Alone in the Dark 5″
Das Setting von „Alone in the Dark“ ist anfangs viel zu wirr und vor allem viel zu hell. Weder Angst noch Spannung wollen sich hier einstellen, wenn der Protagonist sich gerade knapp vor einem herabstürzenden Balkon retten kann oder ihm an einer anderen Stelle wie vom Himmel eine Leiche vor die Füße fällt. Gääähn…
„Grandios“ ist in diesem Spiel wirklich die Funktion Kapitel zu überspringen – was wir nach ca. 1,5 Stunden albernem Herumgeklettere auf surreal anmutenden Stahl- und Betonkonstruktionen, die eher nach einem Skulpturenprojekt eines Kunststudenten aus dem 1. Semester aussahen, denn nach einem von mysteriösen Kräften zerstörten Central Park, auch taten (Hypotaxe rulen!).
Da wir nach dem ersten Überspringen auch alle weiteren Kapitel schnell hinter uns gelassen haben, frage ich mich ob diese Skip-Funktion nicht eine Kapitulation vor der eigenen Unfähigkeit der Entwickler ist, spannende Level zu basteln, statt einer Hilfe, wenn das Spiel mal „zu schwer“ wird.
Irgendwie nervt einfach alles an diesem Spiel. Gleich zu Anfang zum Beispiel nerven die undankbaren Hotelgäste, die man gerade vor dem Feuer gerettet hat und die man sogleich wieder in selbiges stoßen möchte.
Die Figur bewegt sich klobig und tritt auf der Stelle, statt ihren Arsch zu bewegen und vor dem fiesen Monster da zu fliehen. Die Chor-Gesänge gehen einem schon nach einer halben Stunde schwer auf den Geist und sowieso ist das Spiel doof. Ahja, und hell ist es immernoch, denn im Central Park sind die netten Straßenlaternen ziemlich großzügig versteilt.

Die Enttäuschung nach diesem Wochenende war bei beiden Beteiligten groß. Nicht so groß allerdings wie nach „Conflict: Denied Ops“…
Hier also ein paar Vorschläge wie man sein schwer verdientes Geld besser investiert:

Alternativen
„Das Bourne Komplott“, 59,95€ (XBox 360)
Besser:

  • Die Bücher von Robert Ludlum noch mal lesen. Bei einem Preis von ca. 9,95€ pro Buch: Ersparnis von 30€
  • (für lesefaule) Die „Ultimative Bourne Collection“ ins Regal stellen. Ersparnis: 36€
  • Eine Kampfsportart erlernen. Geld reicht für ca. zwei Monate.

„Alone in the Dark 5″, 59,95€ (XBox 360)
Besser:

  • Zuerst: sich durch die zahlreichen Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft lesen. Ab ca. 7€. Ersparnis: bis zu 50€
  • Danach: „Call of Cthulhu – Dark Corners of the Earth“ (PC) spielen. Ab ca. 10€. Ersparnis: 50€
  • Auf keinen Fall: Die Boll-Verfilmung gucken! (Dann doch lieber das Spiel…)

Noch besser:

Vielleicht doch ab und zu mal an die frische Luft gehen und die Sonne genießen…


Game Over

Juli 1, 2008

Ich bin raus.
Raus aus Liberty City. Ich habs geschafft. Es flossen Blut, Schweiß und Tränen. Menschen sind gestorben, Menschen, die mir ans Herz gewachsen waren. Jetzt ist alles aus. Kein Grund mehr um weiter zu spielen. Hundert Prozent? Was bringt es mir, wenn alles woran man geglaubt hat, wofür man nach Liberty City gekommen ist, zu Scheiße geworden ist?
Ich habe Rache genommen, zwei Mal. Das Gefühl, das sich danach einstellte, war Leere, keine Genugtuung. Rache macht Menschen nicht wieder lebendig.
Was bleibt? Geld, Autos, Besitz,… Freiheit? Freundschaft? Hoffnung.
Jetzt stehe ich nach gefühlten 20 Minuten Credits wieder auf der Straße. Menschen gehen an mir vorbei, fahren zur Arbeit, brüllen ins Telefon. DJ’s verkünden den Lifestyle von Liberty City auf allen Wellenlängen. Reichtum, Glück, Schönheit, Macht. Bald bricht der Tag an. Doch im Schatten der Wolkenkratzer streifen unsere Träume, die in der Nacht zerbrochen sind, durch die endlosen Straßen. Vor mir steht mein Lamborghini, ich steige ein und jage zum letzten Mal dem Sonnenaufgang entgegen, bevor ich Liberty City, die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, verlasse…

Immersion kann sehr, sehr unangenehm sein. Ich dachte, dass mir sowas nach Kane & Lynch nicht wieder passiert. Jetzt will ich nie wieder ein Spiel spielen! Nicht wenn ich mich danach so unwohl fühle. Wo sind die großartig inszenierten Happy Ends? Wo die Genugtuung nach 30 Stunden Schweiß und 3 Packungen AA-Batterien?
Das hier muss ich erst ein Mal verarbeiten…


Alles Gute zum Einzug!

Juni 12, 2008

Nein, nicht zum Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Viertelfinale, sondern zum Einzug eines bestimmten, neuen Mediums in die Bücherei meiner Uni (Bielefeld)!

GTAIV

Zwischen Mathematikbüchern und JAVA-Anleitungen liegt dieses schöne Buch. Ob das GTA IV Walkthrough den Studenten der Informatik beim Lernen wirklich helfen wird, sei jetzt mal dahingestellt.


Service immer noch gut, Konsole immer noch kaputt…

Mai 2, 2008

Heute morgen brachte mir UPS meine, seit endlos erscheinenden Tagen erwartete XBox zurück!
Maggi freut sich wie ein kleines Kind an Weihnachten und schließt die Konsole ordnungsgemäß an. Die Konsole fordert sie auf englisch auf ein Update durchzuführen. Wird wohl schon stimmen, denkt sie sich. Sie kommt ins Hauptmenü und siehe da! Der ganez Bildschirm flimmert und ist verzerrt. Maggi schaltet leicht verdutzt die Konsole aus, wartet kurz und macht sie wieder an. Sie hört die „Startmelodie“, sieht allerdings nur das blaue AV-Bild. Die noch im Verlauf ihres Handys gespeicherte Microsoft Support Nummer wird gewählt und wieder wird Maggi von kundigen und hilfsbereiten Mitarbeitern beraten. Die sind genauso verdutzt wie sie und nach einer halben Stunde Konsole ein- und ausschalten und Werkeinstellungen wiederherstellen entscheiden sich beide Parteien, es sei das Beste, die Konsole ein zweites Mal reparieren zu lassen.
Mit dem UPS-Mensch bin ich also bald per du…
Ich bin gespannt und warte…….

Nachtrag
XBox ist (schon seit längerem) wieder da und muss seit ihrer Rückkehr eh nur eine einzige Disc lesen können, nämlich GTA IV…


Bill Gates, du hast gewonnen!

April 9, 2008

Ich habe mir eine Konsole gekauft!

Klar, ich habe auch Zugang zu einer Wii, aber… ich mag Mario einfach nicht! Die Wahl ist auf die Konsole von Microsoft gefallen (nein, ich wollte keine PS3! Und ich werde mich nicht dafür rechtfertigen!). Die XBox 360 für 299€ – ein Mal Tierfutter für Bills Meerschweinchen. Es ist die Premium Version im Bundle Pack mit Forza 2 und Viva Pinata und 20GB Festplatte.
Was daran so schlimm ist? Bestimmt nicht der Preis. Dass ich mich der Gate’schen Diktatur (mal wieder) unterwerfe, stört mich zwar schon, aber der rebellische Geist der 68er ist selbst zu mir, einer Gebühren zahlenden Studentin der Literaturwissenschaften, noch nicht so wirklich vorgedrungen (gab es in den 60ern überhaupt schon Nerds?). Also alles anscheinend keine Gründe um es nicht zu tun. Wäre da nicht ein sehr, sehr persönliches Anliegen…
Denn eigentlich bin ich ein PC-Kind. WASD ist für mich ein Akkord und die Maus, die Saiten, die ich anschlage. Eine Symbiose aus Hand/Augen-Koordination und Feinmotorik, die besonders bei meinem Lieblingsgenre, den Shootern, ihren Höhepunkt erreicht. Ich gebe zu, ich bin nicht die beste Spielerin. Auf LAN-Partys bilde ich eher das Schlusslicht und in Shootern sterbe ich schon mal öfter als andere, aber das spielt keine Rolle. Ich liebe das Genre! Und ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass Shooter die ganze Vielfalt ihrer Spielmechanik nur auf einem PC bzw. mit einer Maus „in“ der Hand richtig entfalten können.
Was veranlasst mich also auf schnelle, gut gezielte Headshots (freue mich schon auf Post von Günther Beckstein) zu verzichten und stattdessen die Arbeit an meine grobmotorischen Daumen abzugeben?
Es ist so einfach wie es arm ist. Es fehlt mir an Geld. Ich habe nämlich gar keinen eigenen Computer. Und das wird in absehbarer Zeit wahrscheinlich auch so bleiben. Nur ein Beispiel: möchte ich mir eine Grafikkarte kaufen, die den heutigen grafischen Ansprüchen entspricht (sprich Crysis flüssig spielen können), z.B. eine nvidia 8800 GT mit 512MB Speicher, darf ich mit Minimum 200€ rechnen. Dazu dann ein Dual Core für um die 100€ und… Oh, gerade habe ich mir eine XBox gekauft!
Ich müsste mir also ein Komplettsystem für um die 1000€ kaufen. Hardware wird von Monat zu Monat billiger? Klar, und sofort drängt sich bessere, schnellere Hardware an die Spitze und das in einem Galopp, den sich die Erfinder von Pong nicht hätten träumen lassen. Sehe ich nicht ein… (oder bin einfach nur furchtbar neidisch…)

Was aber ist mit den Games? Das ist das zweite Problem! Zu oft saßen wir PCler in letzter Zeit vor der Kiste und schauten in die Röhre. Unfertige Titel voller Bugs (z.B. die beschnittene PC-Version von Splinter Cell: Double Agent, warum? weshalb?) und lange Wartezeiten auf längst erschienene Konsolen-Versionen waren das, was man uns zugemutet hat. Eine Frechheit! Dabei sind wir es, die die Hardware-Industrie ankurbeln (also mich direkt jetzt ausgeschlossen). Wir kaufen eure schnellen Karten, eure Prozessoren, euren Arbeitsspeicher. Wir kaufen teure Peripherie um den besten Spielgenuss zu erfahren, den ihr uns nun durch sogenannte „Exklusiv-Titel“ vorenthalten wollt! Ja, so ist es doch!!!
Nun werde ich aber zu emotional. Also, kurzgesagt, ich habe mir eine Konsole angeschafft, weil ich kein Geld für teure Hardware, keine Lust auf das Warten auf die PC-Version und Lust auf eben diese Exklusiv-Titel habe. Mehr Pros für eine Konsole als Contras. Das einzige Minus, das dick und fett wie wie ein Stahlträger über der ganzen Sache schwebt, ist der Preis für die Games. Aber wofür gibt es eBay und die Videothek? (Ahja, Titel ab 18 sind bei eBay ja nicht mehr verfügbar,… aber Vibratoren!)

Wie sich Ego-Shooter nun auf der XBox spielen, schreibe ich, wenn ich mich wieder beruhigt habe…


Schlüpfrig

April 8, 2008

Sag mir bitte einer warum Frau Yoko in dem Spiel „Kane & Lynch: Dead Man“, nachdem sie unfreiwillig das Zeitliche gesegnet hat, auch noch ihre weiße Hose fehlt? Zumindest liegt sie so da, mit Blut und Schrammen an den Beinen und die Hose ist futsch…

Ob es wohl etwas damit zu tun hat, was Lynch vor dem geplanten Austausch zu ihr sagte? Aber das schweift jetzt zu sehr aus…

P.S. Yoko trägt rosa Unterwäsche